Montag, 28. Juli 2025

SCHWEIN MUSS MAN HABEN

Hallo ihr Lieben,

heute sind wir früh aufgebrochen, denn es galt knapp 800 Kilometer zu bewältigen und dabei die Lenkzeiten sowie Pausen einzuhalten. Unser Busfahrer Mitat, ein türkischer Lübecker, ist wirklich zum Busfahren geboren und damit meine ich nicht nur seine Fahrleistung, sondern auch die Gästebewirtung. Er hat uns mit Getränken und Kaffee versorgt sowie Wiener heiß gemacht und gelegentlich auch ein paar Witze gerissen – alles in allem ein sehr gradliniger Mann, bei dem sich alle rundum wohl gefühlt haben. Dann hatten Biggi und ich natürlich Bekanntschaften geschlossen, darunter eine weitere Maggie – ein urschwäbisches Original, die immer grandiose Sprüche rausgehauen und kleine selbstgestrickte Glücksschweine verschenkt hat. Zum „Inner Circle“ gehörten noch Bärbel und Barbara, letztere mit Mann Edgar. Beide Mädels haben sich vorher nicht gekannt, doch ein Schicksal verbindet sie: Bärbels Mann sitzt nach einem Motorradunfall im Rollstuhl, Barbaras Vater ist mit 36 Jahren auf einem Motorrad tödlich verunglückt. 

Danach ist Barbara mit ihrer Mutter aus der ehemaligen DDR nach Westdeutschland geflohen. Das verbindet sie wiederum mit mir. Mein Fazit: Augen auf, denn mit jedem Menschen haben wir etwas gemeinsam, mal mehr, mal weniger – eine besondere Verbindung, eine Geschichte, eine Vergangenheit, eine Zukunft. Ganz gleich, was es ist, es ist gut, dass es da ist und man dessen gewahr wird. Schließlich sind es Menschen, die unsere Reisen und unser Leben bereichern. In diesem Sinne: Danke an Biggi, mit der mich seit unserer Kindheit eine einmalige Freundschaft verbindet. Mit der Reise und den Menschen habe ich einfach wieder einmal Schwein gehabt!

















Sonntag, 27. Juli 2025

OBERSCHLESISCHE IMPRESSIONEN UND KÖSTLICHKEITEN

Hallo ihr Lieben

Heute morgen haben wir Krakau schweren Herzens verlassen, da die Zeit dort zu knapp bemessen war. Aber eine andere Welt erwartete uns bereits in Kattowitz: die Arbeitersiedlung Nikiszowiec, die zwischen 1908 und 1912 für Bergleute erbaut wurde, die in der Grube Giesche die Kohle abgebaut hatten. Eine perfekte Infrastruktur inklusive Dienstleistungen sorgte dafür, dass die Bergleute die Siedlung quasi nie verlassen mussten. Heute war hier Markt und wir haben uns mit allerlei schlesischen Spezialitäten eingedeckt.

Nächster Halt war Gleiwitz mit einem herrlichen Marktplatz, umringt von prunkvollen Häusern. Hier herrschten sowohl Polen als auch Böhmen, Österreicher, Preußen und Deutsche. Diese Einflüsse sind noch bis heute in der Architektur und Raumgestaltung der Stadt zu erkennen. Dadurch hat sie ihren einzigartigen Charme und Charakter. Besonders hat mich bewegt, dass die Kirchen hier beim Sonntagsgottesdienst bis auf den letzten Platz besetzt waren. Charmant fand ich auch den Blumenautomat, in dem es rund um die Uhr frische Blumen gibt.

Dritter Stopp war Oppeln, wo wir nur kurz reinschnupperten, denn inzwischen hatte der Regen solche Ausmaße angenommen, dass wir die Flucht ergriffen. Am frühen Abend erreichten wir unserer Anfangshotel in Breslau, also in Niederschlesien. Die polnischen Nachrichten spielen heute die Unwetter entsprechend rauf und runter, teilweise werden sie nur unter Einsatz des Militärs beherrscht. 

Vor zwei Tagen wurde übrigens die Souterrain-Wohnung von Biggis Son Tristan in Freiburg überflutet – diese Sturzregenfälle in Polen und Deutschland sowie die Brände in Portugal und Griechenland sind eindeutig eine Folge des Klimawandels. Wir können wirklich nicht länger die Augen davor verschließen!

 





















Samstag, 26. Juli 2025

KRAKAU - KUNST, KULTUR UND KILOMETER

Hallo ihr Lieben, 

heute hatten Biggi und ich unseren Mädelstag und haben Krakau in Eigenregie erobert. Biggi hat mich mit einer Freewalking-Tour überrascht. Natalia führte uns zweieinhalb Stunden durch das jüdische Viertel inklusive Synagogen und Ghetto. Wir hingen an ihren Lippen – so spannend hatte sie das Thema aufbereitet, einzelne Schicksale herausgearbeitet und uns sogar das Jiddische und Hebräische näher gebracht. Auch einen Schauplatz von Steven Spielbergs "Schindlers Liste" haben wir besichtigt und sind sogar noch durch einen Flohmarkt geschlendert. 

Danach sind wir mit der Straßenbahn zum Rynek gefahren, um die Katakomben der Stadt zu erkunden. Unter den Tuchhallen bin ich bis dato noch nie gewesen. Dort befindet sich ein riesiges Multimedia-Museum mit Ausgrabungen. Hier wurden Überreste von Siedlungen, mumifizierte Leichen sowie Werkzeuge, Schmuck, Stoffe, Münzen etc. gefunden. Wir hatten die Menge der Exponate etwas unterschätzt: Biggi hatte sich zwar zuvor mit Kaffee UND Cola aufgeputscht und doch fielen ihr hier unter der Erde immer wieder die Augen zu. Ich versuchte mich noch eine Weile als Vorleserin von Tafeln, gab das schließlich mangels Zuhörerin auf;-) Im Czartoryski-Museum war das Mittagstief dann überwunden und wir erfreuten uns vor allem an Leonardo da Vincis Dame mit dem Hermelin, der Mätresse Ludovico Sforzas. Bei ihm am Mailänder Hof arbeitete Leonardo 12 Jahre lang und schuf viele bedeutende Werke. Zum Schluss wollten wir eigentlich noch in einer Mall shoppen gehen, allerdings verließen uns jetzt endgültig die Kräfte, da wir 14 Kilometer zu Fuß gelaufen waren.


























 



Freitag, 25. Juli 2025

KRAKAU - WAWEL, WEICHSEL UND WOHNHEIM

Hallo ihr Lieben, 

trotz Regenvorhersage fiel heute kein Tropfen Regen und gegen Mittag kam sogar die Sonne raus. Wir sind in dem Jüdischen Viertel Kazimierz gestartet, das unter dem König Kasimir 1494 entstanden ist und die Blütezeit des Handels einläutete. Es gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, ebenso wie die Altstadt mit dem wunderschönen Marktplatz. Zur vollen Stunde erklang dann noch der Trompetenklang Hejnal vom Turm der Marienkirche, der noch heute live im polnischen Radio übertragen wird: ein Gänsehautmoment, den ich mit meiner Jugendfreundin geteilt habe! 

In den Tuchhallen begann bereits im 13. Jahrhundert der Handel mit Gewürzen, Salz, Stoffen sowie Leder und Metall. Noch heute bekommt man hier polnisches Handwerk und natürlich Souvenirs zu kaufen. Danach streiften wir durch das Universitätsviertel bevor wir auf die Wawel-Burg kraxelten, wo Biggi und ich uns unter polizeilicher Aufsicht von Marek an einem der Welt-Chakren mit Energie aufluden;-).

Das Highlight des Tages war aber der Besuch von Biggis Bruder Herbert, der uns spontan nachgereist und sich im hiesigen Studentenwohnheim einquartiert hatte! Gemeinsam sind wir auf der Weichsel rauf- und runter geschippert, haben Anekdoten zum Besten gegeben und uns die Bäuche vor Lachen geschüttelt. Der Kapitän drückte ein Auge zu und nahm uns einfach noch weitere Runde gratis mit. Den Abend beendeten wir mit polnischen Köstlichkeiten bevor wir mit dem Taxi ins Hotel gefahren sind, da es leider etwas außerhalb liegt. Nach knapp 15 Kilometern zu Fuß bin ich todmüde ins Bett gefallen. 




















SCHWEIN MUSS MAN HABEN

Hallo ihr Lieben, heute sind wir früh aufgebrochen, denn es galt knapp 800 Kilometer zu bewältigen und dabei die Lenkzeiten sowie Pausen ein...